Filtersand, Filterglas und Kieselgur (DE, von engl. Diatomaceous Earth) sind in Deutschland die drei gängigen Filtermedien für Sand- und Anschwemmfilteranlagen. Sand filtert Partikel bis etwa 20–40 μm und hält zwei bis fünf Saisons. Filterglas erreicht 10–15 μm und bleibt vier bis zehn Jahre im Kessel. Kieselgur liefert 2–5 μm, funktioniert aber nur in einem separaten Anschwemmfilter. Welches Medium passt, hängt vor allem davon ab, welche Anlage Sie haben oder planen.
Was ein Filtermedium leistet
Ein Filtermedium hält Schmutzpartikel zurück, während die Poolpumpe das Wasser durch den Kessel drückt. Die entscheidende Kennzahl ist die Filterfeinheit in Mikrometern (μm). Pollen liegt bei 10–40 μm, Algenzellen beginnen bei etwa 2 μm, feiner Zementstaub darunter. Unter ungefähr 10 μm spricht man von feiner Filtration.
Sand und Filterglas arbeiten im gleichen Kesseltyp, der klassischen Sandfilteranlage. Kieselgur braucht einen Anschwemmfilter (DE-Filter) und arbeitet nach einem anderen Prinzip: Das Pulver wird bei jedem Start auf Trägerelemente angeschwemmt und bildet dort die eigentliche Filterschicht.
Filtersand: der bewährte Klassiker
Filtersand ist das am weitesten verbreitete Filtermedium in deutschen Privatpools. Er filtert Partikel bis etwa 20–40 μm, hält zwei bis fünf Saisons und ist das günstigste der drei Medien. Ein 25-kg-Sack kostet rund 20–30 €.
Verwendet wird speziell aufbereiteter Quarzsand, üblicherweise in der Körnung 0,4–0,8 mm (fein) oder 0,7–1,25 mm (grob). Der feine Sand ist der Standard, weil er mehr Partikel zurückhält. Der grobe Sand dient in Mehrschichtfiltern als Stützschicht unter dem feinen.
Feine Schwebstoffe unter 20 μm gehen durch den Sand hindurch, besonders bei überdimensionierter Pumpe. Für wirklich klares Wasser ist daher meist ein Flockungsmittel nötig, das feine Partikel zu größeren Flocken bindet, die der Sand anschließend zurückhält. Hinzu kommt, dass Sandkörner sich mit der Zeit abrunden und nach spätestens fünf Saisons gewechselt werden müssen, in stark genutzten Pools früher.
Filterglas: die langlebige Alternative
Filterglas ist ein Granulat aus recyceltem Glas, das in dieselben Sandfilteranlagen passt wie Filtersand. Es filtert mit 10–15 μm etwas feiner und hält vier bis zehn Jahre. Ein 20-kg-Sack kostet typischerweise 60–90 €.
20 kg Filterglas ersetzen rund 25 kg Filtersand, weil Glas eine geringere Schüttdichte hat. Die glatte Oberfläche bietet Bakterien weniger Haftfläche, sodass sich Biofilme schlechter ansiedeln. Beim Rückspülen benötigt Filterglas typischerweise 20–30 % weniger Wasser als Sand, weil sich Verschmutzungen schneller lösen.
Aktiviertes Filterglas (AFM) ist eine Sonderform: Durch Oberflächenbehandlung ist das Granulat negativ geladen und bindet Eisen- und Manganpartikel, was bei hartem Poolwasser ein Vorteil ist.
Die Nachteile liegen im Preis und in der Handhabung. Filterglas kostet in der Anschaffung etwa zwei- bis dreimal so viel wie Sand. Auf zehn Jahre gerechnet gleichen sich Sand und Glas bei den Materialkosten weitgehend aus, weil Sand zwei- bis dreimal gewechselt wird, Glas nur einmal. Filterglas und Filtersand dürfen nicht gemischt werden, Reste des alten Mediums müssen beim Umstieg vollständig aus dem Kessel. Bei unsachgemäßer Wasserchemie und stillstehendem Wasser kann Filterglas verkleben, regelmäßiges Rückspülen beugt vor.
Kieselgur (DE): die feinste Filterleistung
Kieselgur hält Partikel bis 2–5 μm zurück, deutlich feiner als Sand oder Glas. Es funktioniert aber nur in einem Anschwemmfilter, nicht im klassischen Sandfilter.
Das Pulver besteht aus fossilen Schalen von Kieselalgen (Diatomeen), hochporös und extrem fein. Im Filter wird es über den Skimmer eingebracht und legt sich in einer 1–3 mm dicken Schicht auf Trägerelemente wie Platten oder Kerzen.
In Deutschland sind Kieselgurfilter im Privatbereich weniger verbreitet als Sandfilter, häufiger in öffentlichen Bädern und im gehobenen Privatsegment nach DIN 19 624. Wer maximale mechanische Filtration möchte, bekommt sie hier. Für Pools mit wiederkehrender Algen- oder Trübungsproblematik ist die Feinheit entsprechend vorteilhaft.
Die Einschränkungen sind handfest. Kieselgur muss nach jeder Rückspülung neu angeschwemmt werden. Der Filter verträgt keine längeren Betriebspausen, weil sich der Filterkuchen sonst von den Trägerelementen löst. Der trockene Staub enthält freie Kieselsäure und erfordert beim Einfüllen Atemschutz. Flockungsmittel sind nicht möglich, sie würden die Schicht verstopfen.
Welches Filtermedium passt zu welchem Pool?
Glas filtert feiner und hält länger, Sand ist günstiger und leichter zu beschaffen. Ein genereller „besser" existiert nicht, die Wahl hängt am Anlagentyp und der geplanten Nutzungsdauer.
Bei einer bestehenden Sandfilteranlage stehen nur Sand und Glas zur Wahl. Filterglas lohnt sich, wenn Sie den Pool über mehrere Jahre betreiben und weniger rückspülen möchten: Auf zehn Jahre gerechnet wechseln Sie Sand zwei- bis dreimal, Glas einmal.
Kieselgur ist nur dann eine Option, wenn Sie ohnehin neu planen und bereit sind, in eine Anschwemmfilteranlage zu investieren. Sinnvoll ist das vor allem bei größeren Pools, Innenpools und in Wellnessbereichen. Für einen typischen Garten-Aufstellpool ist der Aufwand überdimensioniert.
Die Poolgröße selbst spielt bei der Medienwahl eine Nebenrolle. Wichtiger ist, ob die Filteranlage zum Poolvolumen passt und wie oft das Wasser umgewälzt wird. Eine korrekt dimensionierte Sandfilteranlage mit Filterglas liefert in einem typischen Außenpool klares Wasser, ohne Umstieg auf Kieselgur.
Grenzen der mechanischen Filtration
Jedes Filtermedium filtert nur, was über den Skimmer angesaugt wird. Blätter, Sandkörner und feiner Staub, die am Boden, an den Wänden oder an der Wasserlinie liegen bleiben, erreichen den Filterkessel nicht.
Akkubetriebene Poolroboter nehmen diesen Schmutz direkt an seinem Liegeort auf. Der Beatbot Sora 70 kabelloser Poolroboter reinigt Boden, Wände, Wasserlinie, Wasseroberfläche und flache Stufenbereiche ab 20 cm Wassertiefe in einem Durchgang. Gerade Einstiegsstufen und flache Kinderbereiche bleiben bei den meisten Poolrobotern ungereinigt, hier setzen sich Sand, Blütenstaub und Algen zuerst ab. Mit einem 6-Liter-Korb bei 150 μm Standardfiltration fängt der Sora 70 Blätter, Äste, Sandkörner und Insekten. Für Pollen, Zementstaub oder tote Algen gibt es einen optionalen 3-μm-Feinfilter, der im selben Korb sitzt und die Feinheit eines Kieselgurfilters erreicht, ohne dass Sie Ihre Filteranlage umbauen müssen.
Der zweite Hebel ist die Flockung, die besonders für Sandfilter relevant ist. Der Beatbot AquaSense 2 Pro kabelloser Poolroboter dosiert über sein ClearWater™ Klärsystem während der Reinigung automatisch einen natürlichen Klärer auf Chitosan-Basis. Der Klärer bindet feinste Partikel unter 20 μm zu größeren Flocken, die entweder der Roboter aufnimmt oder die Sandfilteranlage zurückhält. Damit schließt sich genau die Lücke im Bereich unter 20 μm, ohne dass Sie flüssige Flockungsmittel anmischen.
FAQs
Wie lange muss ich Filterglas beim ersten Start rückspülen?
Beim ersten Betrieb ein bis zwei Minuten länger als üblich, bis das Spülwasser klar läuft. Dabei werden Feinanteile aus der Produktion ausgewaschen, die sonst durch den Filter in den Pool gelangen. Im Normalbetrieb reicht anschließend die vom Anlagenhersteller vorgegebene Rückspülzeit.
Welches Filtermedium hilft gegen Algen im Pool?
Gegen bestehende Algen hilft primär die Wasserchemie, nicht das Filtermedium. Kieselgur fängt allerdings auch Algenzellen ab 2 μm ab, Sand und Filterglas erst in Kombination mit einem Flockungsmittel. Einige Poolroboter dosieren einen Klärer während der Reinigung selbst.
Gibt es eine Feinfiltration ohne Umbau meiner Sandfilteranlage?
Ja, über zwei Wege. Ein Flockungsmittel bindet Partikel unter 20 μm zu größeren Flocken, die Ihr Sand- oder Glasfilter dann zurückhält. Alternativ entfernen moderne akkubetriebene Poolroboter mit Feinfilter-Einsätzen Partikel bis in den einstelligen μm-Bereich direkt aus dem Wasser.
Welches Filtermedium ist besser für hartes Wasser?
Aktiviertes Filterglas (AFM) hat hier einen messbaren Vorteil, weil seine negativ geladene Oberfläche Eisen- und Manganpartikel bindet. Hartes Wasser fördert außerdem Biofilmbildung, auch hier ist die glatte Glasoberfläche im Vorteil gegenüber Quarzsand.


